Lebenslauf , Ausbildung, reiterlicher Ausbildungsweg mit eigenen Gedanken
1960 in Berlin West geboren
bereits in den ersten Jahren meiner Kindheit fällt meine große Tierliebe und insbesondere die Faszination zu Pferden auf
1971 erste „Reitstunden“ unter dem Thema: “Hacken runter!“
1975 erste Kontakte mit Welsh-Ponies auf einem Staakener Pony-Hof mit Pflegepony Silver.
Alles über die Rasse Welsh wird gelesen und es steht nun fest, ich werde sie irgendwann selber züchten, so fasziniert war ich von diesen hübschen Ponies
Prüfung zum Reiter-Pass, danach nur noch freizeitmäßiges Reiten im Urlaub und selten Dressur mäßiger Reitunterricht (der im Kasernenstil ablief und mir nicht viel brachte) Theorie nur autodidaktisch durch Lesen aller möglichen Pferdebücher und Reitlehren.
1977 Engagement in der katholischen Jugendarbeit der Gemeinschaft Christlichen Lebens (diese Phase hat meinen Glauben durch den Kontakt mit Jesuiten u. der Ignatianischen Spiritualität bis heute positiv gestärkt und meine Einstellung zu Gott und seiner wunderbaren, unvergleichbaren Schöpfung geprägt)
1978 Praktikum auf landwirtschaftlichen Höfen mit kl. Pferdezucht in Nord-Deutschland
1979 Abitur
1983 Examen zur Kinderkrankenschwester
1984 Examen zur allgemeinen Krankenschwester Umzug nach Frankfurt am Main, erste Arbeitsstelle als Krankenschwester im St. Katharinen Krankenhaus
1985 Ehe mit Dipl. Theologen Michael-Peter Sobotta
Suche nach geeignetem Reitunterricht im Raum Frankfurt schlägt fehl, der Wunsch nach eigenem Pferd und Hof wird immer stärker und die Suche beginnt
1988 Umzug ins eigene Landhaus mit kleinem Stall am Dorfrand von Elbtal-Dorchheim Nähe Limburg an der Lahn. Unsere Zwillinge werden geboren.
1989 Reitunterricht als erwachsener Wiedereinsteiger in einer Kinder-Abteilung eines Reitvereins( der Stil des Unterrichts hatte sich auch nach 15 J. nicht viel geändert!)
1990 Erste Kontakte mit Welsh-Cob Züchtern in Hessen und anderen Bundesländern Geb. des 3. Sohnes
1991 Kauf der ersten eigenen Pferde, 2 Welsh-Cob Stuten, Mitglied bei der IG-Welsh
1993 Wahl zur stellv. Regionalbeauftragten der IG-Welsh in Hessen, der Wunsch zur eigenen Welsh-Cob Zucht “ zwingt“ uns zur Suche nach einem Hof mit arrondiertem Weideland
1994 Kauf eines Welsh- Mountain-Ponys für die Kinder, alle 3 Stuten werden gedeckt Umzug nach Beselich-Schupbach auf den Weidenhof (mein Traum wird war!) und Gründung des Welsh-Pony und Cob Gestütes S i l v a n u s
1995 Gebe selber Kindern aus dem Ort auf unseren Ponys Reitstunde
1996 Weitere Welsh-Cobs werden dazu gekauft und Fohlen geboren, Wahl zur Regionalbeauftragten der IG- Welsh Hessen. Erste Reiterferien werden angeboten. Nehme selber Reitunterricht mit Trainern zur Unterstützung beim Ausbilden der jungen Pferde (was häufig zu gr. Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf die Art, die Methode z. B. Ausbinder, Verschnallung der Reithalfter und ständiges wiederholen derselben Lektion ohne Verbesserung, führt. Aber Sprüche: „Du nimmst zu viel Rücksicht auf die Pferde, das steht so in den Richtlinien und Skala der Ausbildung, da musst Du jetzt durch!“ waren an der Tagesordnung.) Das Reiten unter diesen Anleitungen gleicht eher einem Kampf mit dem Pferd, habe selber häufig Verspannungen in der Schulter und kaum noch Lust, Dressur zu reiten und setze die Stuten vorerst in der Zucht ein.
2000 Gründung des Vereins Pony- und Pferdesportfreund Weidenhof e.V. Werde vom Verein mit meinen Welsh-Ponys und Cobs weiterhin als Reitlehrerin beauftragt, den Unterricht durchzuführen, der jetzt tägl. mit 2-3 Std. mit 4-6 Schülern in Gruppen abläuft. Hatte mein eigenes Konzept entwickelt, bei dem auch schon 6 J. mit reiten konnten, sie wurden von den anderen Kindern geführt, Longenunterricht lehnte ich für so kleine Kinder ab(leider kam ich nicht auf die Idee, auf die später eine Diplom Pädagogin kam, die sich genau diesen Unterrichtsstil mit Vorschul- u. Grund- Schulkindern patentieren zu lassen) Auf kleineren Turnieren der Welsh-Schauen, bei denen Ausbinder nach walisischem Vorbild natürlich verboten waren, standen unsere Reitschüler häufig auf den vorderen Plätzen, was für mich eine Bestätigung meines doch recht niveauvollen Reitunterrichts ist, ebenso der dankbare Zuspruch von zuschauenden Eltern, die in ihrer Kindheit auch mal Reitunterricht hatten und mir bestätigten, dass sie in der 1 Std. zuschauen mehr gelernt hätten, als in all den Jahren, wo sie selber noch ritten.
2001 Prüfung zum Berittführer, gebe selber ab jetzt Lehrgänge zum Pferdekunde-Basis- und Reitpass und für Kinder zur Vorbereitung von Motivationsabzeichen
2002 Prüfung zum Pferde-Sachkundenachweis, Longier Abzeichen IV und Trainer-Assistent Reiten. (Der Lehrgang vom Longieren schockt mich total, weil die Pferde in eine Zwangshaltung gebracht werden, obwohl ich vorher in den Richtlinien alles über das Longieren studiert hatte, habe meine jungen Pferde stets ohne Ausbinder longiert und bin mit ihnen mitgelaufen und nie stillgestanden)
2003 Bei der Teilnahme an kleineren Turnieren nach LPO mit unseren Reitschülern stellen sich kleine Erfolge ein, aber wir werden häufig von Richtern darauf hingewiesen, dass die Ponys ausgebunden werden müssen, damit sie in Beizäumung gehen. Gegen mein inneres Gefühl werden nun, um auch die ehrgeizigen Mütter zu beruhigen, die Schulponys ausgebunden. Auch bei Wettbewerben mit Schulponys erreichen wir Platzierungen, aber der Zwang mit den Ausbindern bei allen RWB und das dadurch eingerollte Laufen der Pferde auf der Vorhand in fast allen Prüfungen, auch auf höherem Niveau, sowie die nicht mehr nachvollziehbaren Bewertungen der Richter und deren Kommentare, schreckten mich ab, weiterhin an Turnieren teilzunehmen.
2004 Widereinstig in die Arbeitswelt als Krankenschwester im Seniorenheim, als Aushilfe Lerne durch Zufall ein Ehepaar kennen, die beide Turnier-Reiter und Trainer sind und erfahre, dass es auch anders geht, lerne endlich neue Methoden im Unterrichten kennen, nehme Sitzschulung und Springstunden und auch in der Dressur geht es mit neuem Trainer weiter, weil ich nun selber den Trainerschein erwerben wollte, um besseren Reitunterricht anbieten zu können.
Leider wird bei mir eine genetisch bedingte Coxarthrose diagnostiziert und das Reiten vor allem mit kurzen Bügeln fällt mir, durch große Schmerzen in der Hüfte, schwer.
2005 Prüfung zum Reitabzeichen IV
bin unzufrieden mit der reiterlichen Situation, weil die Theorie wie sie überall gelehrt wird, nicht mit dem übereinstimmt, was in der Praxis am Pferd demonstriert wird und es häufig Probleme gibt, zu denen es in den Richtlinien keine Lösungswege zu geben scheint. Ich habe den Traum, meine Ponys besser, lockerer und harmonischer reiten zu können, möchte dieses auch an meine Reitschüler vermitteln können, beobachte aber, dass ich auch schon die Selben Formulierungen übernommen habe, Standard-Sprüche:
„Mehr von hinten treiben und vorne gegenhalten, bis es nachgibt!“ und finde es selber unlogisch, spüre, dass meine Ponys nicht nachgeben, aber finde auch keinen Weg aus dem verkrampften Reiten heraus. Auch das Projekt von Christoph Hess: „Besser reiten“, überzeugt mich nicht. Bedingt durch weitere gesundheitliche Probleme in meinem Lendenwirbelbereich, Becken und Hüfte, kann ich teilweise nur unter großen Schmerzen aussitzen und reite mehr im Entlastungssitz, vorwärts-abwärts und vorwiegend Schritt. Plötzlich wird meine Stute, die sich nie lösen konnte, entspannter und lernt wieder taktreiner zu gehen, sie zeigt wieder mehr Ausstrahlung und ich spüre, dass meine Pferde so eingeschnürt in einer Zwangshaltung einfach nicht gehen wollen und können.
2006 Gründung einer AG: Reiten im Schulsport an der Grundschule Beselich Höre durch Zufall das erste Mal von Philippe Karl und der Schule der Légèreté und lese sofort mit großer Begeisterung das Buch von ihm „Irrwege der modernen Dressur“ Das ist es, was ich die ganze Zeit vergeblich gesucht habe! Von Gerd Heuschmann lese ich das Buch „Finger in der Wunde„ es berührt mich sehr und bin entsetzt und schäme mich selber, dass ich mich von anderen habe überreden lassen und meine Ponys habe mit Schlaufzügeln, Ausbindern und immer auf der Vorhand reiten lies und selber so mit fester Hand geritten bin. Vieles verwirrt mich und ich erkenne wieder die große Diskrepanz zwischen der Theorie, den FN-Richtlinien und der Praxis.
Reitunfall mit Steißbeinbruch und –Abriss(muss mehrere Monate mit dem Reiten pausieren und fürchte, dass es evtl. nie mehr gehen könnte, hatte aber großes Glück, es hätte auch zur Querschnittslähmung führen können) Einige Monate später wieder Training und Vorbereitung auf den Lehrgang.
2007 Prüfung zum Trainer C Basis-Sport (aus gesund. Gründen mit Dispens im Springen) Bin mit anderen TN sehr frustriert über das, was während des Lehrgangs in der Praxis mit den Schulpferden abläuft, denn Beizäumung, egal wie, scheint das Ziel der Reiterei zu sein, man sonst die Richtlinien aber vorwärts und rückwärts können muss, man die Skala der Ausbildung u.v.a.m. lernt, aber kaum etwas über die Didaktik und Methoden über den Reitersitz und die Hilfengebung, denn dazu reicht die Ausbildungszeit nicht. Vertiefung in die Theorie der Philosophie der Schule der Leichtigkeit.
2008 Beginn der Korrektur der eigenen Welsh-Ponys und Cobs nach dem Ansehen des Filmes:“ Classique contra Klassisch“ und dem vom Boden ausgehendem Gymnastizieren einer sehr alten, auf der Vorhand lahmenden und im Becken und der Hinterhand steifen Stute, animiert durch den Film „ Feines Reiten „ von Anja Beran.
2009 Weiteres Lernen an Hand der Filme von P. Karl und ständiges, aber geduldiges, langsames Korrigieren (leider ohne direkte Anleitung) der Welsh-Cob-Stute Rheza (24 J), Silvanus Charity (10 J.), die durch falsche Ausbildung in der Anlehnung nur auf der Vorhand lief und Silvanus Etoile (8 J.), die sich gerne hinter dem Zügel verkroch und alle zeigen erste Verbesserungen in ihrer natürlichen aufrichtigen Haltung (Rheza kann inzwischen wieder nach 3 J. Lahmheit und einer homöopathischen Therapie, in allen GGA geritten werden). Beim Reiten beherrschen nun all im Schritt und teilweise im Trab einige Seitengänge, auch die anderen Welsh-Ponys kauen ohne Sperrriemen und locker geschnalltem Reithalfter und vielen Biegungs- und Stellungsübungen im Genick besser ab und richten sich mehr auf, so dass sie jetzt auch wieder mit den Anfängern ohne Ausbinder am Zügel gehen, ohne sich auf die Vorhand zulegen. Das tut auch meinen Schultern und meinem Rücken gut, so langsam wird das Reiten wieder zum Genuss und für mich zur Therapie. Wir sind auf dem richtigen Weg, auch wenn er sehr lang sein wird, bis wir das Ziel erreichen, aber das Reiten ist bekanntlich eine Kunst, bei der man nie aufhört dazuzulernen. So bin ich sehr froh, dass ich von der Schule der Légèreté gehört habe und kann jedem der seine Pferde wirklich liebt, nur empfehlen die Bücher von Philippe Karl (Cadmos Verlag)und auch von Gerd Heuschmann (WuWei- Verlag)zu lesen.

Ausbildung zur Zusatzqualifikation: Reiten im Gesundheitssport, was mir sehr viele neue Impulse gibt und sehr lehrreich in Bezug auf Sitzen in der Balance, sowie zum Thema Verspannungen beim Reiter, ist. Es zeigt, wie eng verbunden das ausbalancierte Pferd mit dem entspannt sitzendem Reiter ist und Harmonie und Légèreté nur zustande kommen kann, wenn sich beide Partner achten und ihre Bedürfnisse respektieren. In den letzten Monaten habe ich in mehreren Reiterkreisen über dieses Thema diskutiert und fast alle waren Begeistert über das, was Philippe Karl und auch Gerd Heuschmann in ihren Büchern oder in den Filmen über die Alternativen zur modernen Dressur oder zu den Auswirkungen der „Rollkur“ beim Pferd aufzeigen und hoffen und wünschen sich, dass die Richlinien, wenn sie demnächst überarbeitet werden in diesem Sinne, zusammen mit den Kritikern überarbeitet werden, damit sie für alle nachvollziehbar werden und auch die Skala der Ausbildung wieder sinnvoll wird und zur Gesunderhaltung des Pferdes dient und nicht dazu, Pferde so schnell wie möglich show-mässig auf Dressur- oder Springpferdeprüfungen zu präsentieren, um sie anschließend gewinnbringend als Turnierpferde verkaufen zu können.
Es war ein mutiger Schritt in die richtige Richtung, dass die FN mit Christoph Hess als Vertreter das Streitgespräch „Classique contra Klassisch“ mit Philippe Karl geführt hat und sich so die reitende Öffentlichkeit selbst ihre Meinung bilden kann Auch die von der FN veröffentlichte Liste der zum Lesen empfohlenen Bücher zum Trainer im Gesundheitssport beinhaltet seit neustem das Buch: “Finger in der Wunde“ von G. Heuschmann.
So trainiere ich mit neuen Erkenntnissen meine Pferde und bilde die Jungen mit einem größerem Respekt und einer leicht veränderten, mehr den Bedürfnissen des Pferdes entsprechenden Skala der Ausbildung aus und gebe wieder mit neuem Mut und Elan als Trainer C im Basis-Sport Reitstunden und hoffe, dass ich meine Reitschüler mit gutem Gewissen auch in Zukunft auf die Richtlinien der FN hinweisen kann, denn als PM liegt mir die FN am Herzen. |